New York – Die Stadt die niemals schläft. Was macht diese Weltstadt so besonders? Warum reden so viele darüber? Wie funktioniert das »Big City Life«?
Die Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen sollte ich in dieser Woche bei meinem vierten Urlaub in den Vereinigten Staaten finden und zeitgleich unglaublich tolle Erfahrungen machen. Doch die ganze Geschichte ganz von Anfang an:

1. Tag: Nach einem anstrengenden Tag und einer schlaflosen Nacht am Lissaboner Flughafen war es endlich soweit: Der Flug nach New York. Schon kurz vor der Landung hatte man einen guten Überblick über den schneebedeckten Bundesstaat New Jersey. Endlose Stadtgebiete umgaben den Flughafen New York – Newark, was einen totalen Kontrast zur vorher überquerten unberührten Natur Ost-Kanadas darstellte. Nach der Landung stieg die Vorfreude ins Unermessliche. Jetzt nur noch durch die Passkontrolle und mit dem Transitzug zur Pennsylvannia-Station! Die Zugfahrt dauerte knapp eine halbe Stunde, ohne dass man etwas von der Metropole New York auch nur sah oder hörte. Wie ging das? Fast unterirdisch schlich der Zug – zusammen mit vielen anderen – unter dem Hudson River und somit der Grenze zwischen New Jersey & New York hindurch nach Manhattan. Dann kam er endlich zum Stehen und wieder einmal war man vorbereitet darauf, im nächsten Moment einen Teil von New York zu erblicken. Doch auch die Fahrt mit der Rolltreppe nach oben führte nicht zum gewünschten Resultat: Die riesige Pennsylvannia-Station hatte Tunnel und überdachte Ausläufer in alle Himmelsrichtungen. Nichts war zu sehen. Also ging die Reise noch ein kleines Stück weiter: Mit der Metro sollte es direkt zur U-Bahn-Station in der Nähe des Hostels gehen. Doch dies entpuppte sich als schwerer als gedacht! Hektik! Eine unglaubliche Vielzahl von Menschen drängte sich durch die verschachtelten Tunnel und Gänge dieser riesigen Haupt-Station. Hinzu kam das zu tragende Gepäck und die Tatsache, dass die Drehkreuze an den Stationen zum Hineingehen und Verlassen gleichermaßen genutzt werden. Doch dieses anfängliche Durcheinander sollte sich binnen dieser Woche als versteckte Ordnung enttarnen, die einfach verstanden werden muss. Doch zu Anfang war die Erleichterung nach dem Verlassen der U-Bahn sehr groß. Jetzt müsste man doch gleich endlich mal New York sehen, oder? Stufe für Stufe ging es weiter nach oben. Die Geräusche von der Straße kamen näher, während der Zug wieder in seinem Tunnel verschwandt. Autohupen, Motorengeräusche, Gespräche – alles vermischte sich zu einer Geräuschkulisse, die wohl die typische »New Yorker Aura« wiederspiegelt. Man musste nur die Augen schließen und wusste: Man war nicht irgendwo, sondern im Herzen des Big Apple – in Manhattan. Endlich! Frische Luft! Wind! Licht! Und dann sah man es in einiger Entfernung schon leuchten: Das Empire State Building! Was für ein Gänsehautmoment. Die umherstehenden Gebäude und Menschen gerieten ganz außer Acht und der Fokus lag ganz auf dem über der Stadt thronenden Wolkenkratzer. Sonst hatte man ihn immer nur auf Fotos oder in Filmen gesehen, aber wer hätte gedacht, dass er zum Einen so schön und gewaltig ist und zum Anderen direkt von fast jedem Punkt aus sichtbar war, wenn man nicht gerade selbst direkt umgeben war von überdimensional riesigen Bauwerken. Nach minutenlangem Staunen musste aber der Weg zum Hostel noch ausfindig gemacht werden. Und ab diesem Punkt ergab auch das Straßensystem in Manhatten in seiner rasterförmigen Art und der durchnummerierung der »Streets« & »Avenues« einen Sinn. Die Straßen sind von Süd-Manhatten aufsteigend bis nach Nord-Manhatten durchnummeriert und die Hauptstraßen (Avenues) sind ebenfalls aufsteigend durchnummeriert. Jedoch verlaufen diese nicht horizontal wie die Straßen, sondern vertikal und sind von Ost nach West aufsteigend durchnummeriert. Das Hostel lag zwischen der 7. & 8. Avenue an der 20. Straße im Stadtteil Chelsea. Dort eingecheckt und die Sachen verstaut ging es auch direkt in aller Dunkelheit wieder los um die aufregende Stadt völlig planlos zu erkunden. Und es war nicht zu erahnen, auf was man an diesem Abend schon alles stoßen würde…
Der Ausflug ging komplett ohne Metro Richtung Nordmanhattan. Zahllose Blocks führte der Fußmarsch plötzlich zu einer sehr großen und festlichen Querstraße. Selbstverständlich wurde diese direkt verfolgt und plötzlich stand man auf einem riesigen, hell erleuchteten Platz: Der Times Square! Ohne damit zu rechnen führte das Straßennetz mit seinen nach Priorität geordneten Straßen direkt zu den Hauptpunkten und somit natürlich auch zum Times Square! Rückwirkend betrachtet war es also weniger ein Zufall und mehr eine unbewusste Wegführung die dazu beigetragen haben. An diesem Ort war alles hell, bunt, laut und hektisch. Doch dies ist nicht negativ aufzufassen! Da passt einfach alles zusammen: Das ist New York! Und dies sollte in den folgenden Tagen ausgiebig erkundet werden…

2. Tag: Der darauffolgende Tage begann bei Sonnenschein und blauem Himmel mit einem Ausflug zur Wallstreet. Die Fahrt mit der U-Bahn dorthin verlief schon wesentlich entspannter, als die vom Vortag. So sehr, wie das erste Verlassen der Metrostation am Tag der Ankunft ein Gänsehautmoment war, so war es auch diesmal wieder einer: Die Marmorfassaden der prunkvollen Wallstreet-Gebäude in Kombination mit den kristallklaren Glasscheiben, die im Sonnenlicht funkelten, waren einfach umwerfend. Inmitten der vielen Finanzgebäude stand die Trinitychruch, welche zwar von allen anderen Gebäuden überragt wurde, aber trotzdem, oder gerade wegen ihrer geringen Höhe umso mehr ins Auge fiel. Eine tolle Atmosphäre! Alle Straßen des Finanzdistriktes glänzten, als wären sie noch vor Minuten gesäubert worden und umschlossen wurden sie von Gebäudeeingängen, die einen Schönheitswettbewerb zu führen schienen. Dieser Wettstreit wird wohl noch ewig fortgesetzt und wird wahrscheinlich nie ein Ende finden.
Am Ufer von Manhattan hatte man einen tollen Ausblick auf den East River und den Stadtteil Brooklyn sowie die atemberaubende Brooklyn Bridge. Nach langem betrachten dieser Brücke von Manhattanseite & Brooklynseite ging es weiter zur Fähre im Batterypark. Diese fuhr direkt nach Liberty Island, auf der Miss Liberty – die Freiheitsstatue – thronte. Ein unglaubliches Bauwerk, welches sehr viel größer ist, als man auf den ersten Blick denkt. Viele Treppenstufen waren notwendig, um auf die Aussichtsplatform dieser massiven Steinfigur zu gelangen. Von hier aus hatte man einen großartigen Ausblick über Manhattan und Umgebung. Unvorstellbar, wie die Freiheitsstatue (natürlich ohne Sockel) früher einmal über das Meer geschifft wurde…
Nach einiger Zeit fuhr die Fähre auch schon wieder zurück und hielt auf halber Strecke bei Ellis Island, dem Ort, wo Migranten früher ankamen, wenn sie in die USA wollten. Der Aufenthalt hier war nicht von langer Dauer & es ging schon sehr bald wieder zurück nach Manhattan, wo die Brookly Bridge noch einmal bei Nacht betrachtet und auch überquert wurde. Einer der schönsten Momente dieses Tages war die Beobachtung der Skyline von New York bei Nacht. Diese vom Stadtteil Brooklyn aus zu sehen war atemberaubend. Vor allem weil es hier unglaublich ruhig war, obwohl nur der East River zwischen Manhattan und Brooklyn lag. Ein sehr faszinierender Ort…

3. Tag: Am dritten Tag standen Ausflüge zur Grand Central Station, der New York Library, dem Flatiron Building & Coney Island an. Da das Wetter an diesem Tag nicht ganz so gut war – es war ziemlich nebelig – passte ein Ausflug zu diesen Sehenswürdigkeiten sehr gut. Der Hauptbahnhof von New York, die Grand Central Station, fügte sich nahtlos in die Stadt ein. Auch wenn sie ein verhältnismäßig flaches Gebäude ist, so ist sie zumindest sehr vornehm und prunkvoll – so wie viele Gebäude der Wall Street. Anhand solcher Gebäude erkennt man den Status der Stadt und die Rolle, die sie früher noch viel mehr spielte, als heutzutage: Die reiche Weltstadt der Bänker & Geschäftsleute. Auch die Ausmaße des Bahnhofes waren wieder einmal aufs Neue überwältigend: Nicht nur die Größe & Anzahl der Hallen und Gänge war beeindruckend, sondern auch die Anzahl der Bahnsteige. Weit über 100 verschiedene Strecken aus sämtlichen Richtungen liefen diesen Bahnhof an.
Anschließend ging es weiter zur New York Library, welche ebenfalls sehr gewaltig war und in ihrem historischen Baustil an der 5th Avenue direkt auffiel. An dieser weltbekannten Straße New Yorks liegt auch das Flatiron Building, dessen Name es seiner Form eines Bügeleisens verdankt. Und wieder einmal fällt auf, warum New York so außergewöhnlich ist (nur auf die Baukunst bezogen): Dieser tolle Mix zwischen historisch prunkvollen Bauwerken und den neuen, hochmodernen und riesigen Wolkenkratzern verbunden mit den typischen Straßenzügen macht einfach das »Gesamtbild New York« unfassbar attraktiv und Langeweile kommt überhaupt nicht auf.
Nach einer kurzen Pause im Hostel stand eine lange U-Bahn-Fahrt an: Coney Island war das Ziel. Dieser Vergnügungsbezirk am Rande des Stadtteils Brooklyn bietet einen Freizeitpark sowie einen Strand mit Pier. Leider war dort alles zu dieser Jahreszeit geschlossen, aber die Vorstellung, wie sich hier die Bewohner von New York an warmen Sommertagen vom stressigen (Büro-) Alltag erholen macht Freude! Aber da dort alles geschlossen war, war der Ausflug nicht von sehr langer Dauer und die Rückfahrt mit der Subway wurde schon sehr bald angetreten. Zum Abschluss des Tages noch ein Highlight: Das Rockefeller Center lag genau auf dem Weg und strahlte weiß in der kühlen Nacht. Allein der Blick nach ganz oben zur Spitze rief den Gedanken hervor: »Oh mein Gott, ist das hoch! Wie weit kann man von da oben gucken?« Diese Frage sollte sich in den nächsten Tagen beantworten…

4. Tag: Was für ein Wetter! Das musste direkt ausgenutzt werden! Zuerst bei einem gemütlichen Spaziergang durch den New Yorker High Line Park – einer über den Straßen gelegenen Promenade mit toller Bepflanzung und zahlreichen Gelegenheiten sich auszuruhen. Dieser Park wurde auf einer außer Betrieb genommenen Schienenstrecke errichtet, die sonst hätte abgerissen werden müssen. Eine super Idee! Nach dem Spaziergang ging es direkt zum Empire State Building. Das Wetter war super und die Aussicht dementsprechend auch: Worte können nur sehr wage beschreiben, wie die Aussicht von dort oben ist. Einige Fotos in der Diashow und in den Fotogalerien verdeutlichen dies viel besser! Das selbe trifft auch auf das Rockefeller Center zu.
Direkt anschließend ging es weiter zu noch einem Highlight – dem Central Park! Man muss definitiv hier gewesen sein, um ein Urteil darüber zu fällen! Was für ein Ort! Riesengroß und ruhig! Der gesamte »Großstadtrummel« ist vergessen und man könnte fast glauben, nicht mehr in New York zu sein, wenn man es nicht ganz genau wüsste. Sportanlagen und große Wiesen soweit das Auge reicht. Hin- und wieder durchquert eine Straße das Grün auf der dann Kutschen oder Jogger vorbeiziehen. Oder eine große Open-Air-Party wird gefeiert: So wie heute! Die Sonne scheint und die Leute tanzen zu stimmungsvoller Musik, die live gemixt wird. Und jeder darf mitmachen! Was für ein Feeling!

5. Tag: Der 11. September – das war heute das Hauptthema. Nicht nur bei uns, sondern irgendwie von New York und auch ganz Amerika. Der Tag des Terrors, der Angst und des Schreckens – noch nie war ich so nah dran, wie heute. Die Stellen, an denen einst der Nord- & der Südturm des World Trade Center standen waren nun schwarze Löcher im Boden, in denen das Wasser symbolisch versinkt und alles mit sich reißt. Ein Ort der Trauer und des Gedenkens – aber auch der Hoffnung und Stärke: Direkt neben dem Ground Zero entsteht das neue World Trade Center – ein Gebäudekomplex mit mehreren Gebäuden. Unter anderem dem höchsten Nordamerikas: Der Freedomtower oder auch One World Trade Center genannt. Dieser Wolkenkratzer überragt alles in Manhattan. Sogar das Empire State Building schlägt es um Längen. Mit seinen 541,3m ist es also nicht nur das höchste Gebäude von ganz Nordamerika, sondern das höchste der westlichen Welt und das vierthöchste der Welt (Stand: Juni 2014).
Nach dem Besuch des 9/11 Memorial ging es weiter in wieder einen völlig anderen Stadtteil: Bronx. Früher noch um jeden Preis zu meiden ist die Bronx heute – zumindest in den Randgebieten – ziemlich sicher. So auch das Yankee Stadium, eine der teuersten Sportstätten der Welt. Dieses Stadion befindet sich ganz »unpassend« am Rande der Schwarzensiedlungen und hätte meiner Meinung nach auch besser an einem anderen Ort errichtet werden sollen (Auch wenn hier der Platz gegeben und die Verkehranbindung an Manhattan ideal war). Hier wird der Kontrast zwischen »weißem« Reichtum und »schwarzer« Armut besonders deutlich und so stellt das Gebäude dort für mich eine starke und vor allem unnötige Provokation dar.
Am Ende des Tages wurden noch einige Bereiche des Central Parks besucht, die bisher noch gar nicht erkundet wurden. Doch dies auch nicht mehr allzu lange, da es sehr schnell dunkel wurde und es dann fast unmöglich ist, im Central Park noch etwas zu unternehmen.

6. Tag: An diesem Tag war es endlich soweit: Der lang ersehnte Ausflug nach Washington D.C.! Dieser Ausflug wird ausführlich in einem Extra-Artikel beschrieben. Dazu einfach ein Stück nach oben scrollen!

7. Tag: Der Tag vor dem Rückflug war wesentlich entspannter als alle vorherigen Tage. An der Tagesordnung stand lediglich eine Fahrt nach Queens über die New York University, Roosevelt Island & Queensbridge. Die Universität im Süden Manhattans war schon öfter Schauplatz von Filmen gewesen, weshalb vieles bekannt vorkam. Dies gilt sowieso grundsätzlich für New York: Man kann langgehen, wo man will. Man erkennt trotzdem an so vielen verschiedenen – auch weniger bekannten – Stellen bekannte Orte wieder. Das ist die Filmstadt New York. Abgesehen davon ist die Universität auch sehr schön angelegt, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, wie es ist direkt in Manhattan zu studieren. Das ist noch etwas ganz anderes, als »nur« in einer Großstadt zu studieren. Diese Erfahrung werde ich wohl nicht machen…
Wesentlich interessanter fand ich aber noch den Ausflug nach Queens, auf dessen Weg Rossevelt Island & Queensbridge lagen. Einfach beeindruckend an dem Ort zu sein, wo die Kultur & Musik maßgeblich geprägt wurde. Und dies trifft nicht nur auf diesen Teil von New York zu.

8. Tag: An dem letzten Tag der Reise war leider nicht mehr so viel Zeit vorhanden, um noch viel zu unternehmen. Lediglich ein letzter Ausflug zum Times Square – der noch einmal am helllichten Tag gesehen werden musste, obwohl es dort sowieso rund um die Uhr taghell ist – war noch möglich. Sowie zwei kurze Besuche »übrig gebliebener« Ziele: Den Natural Museum Of National History, welches auch in mehreren Filmen vorkommt & der Columbia University, der Eliteuniversität im ruhigen Norden von Manhattan westlich des Central Parks. Dann musste aber alles sehr schnell gehen: Sachen zusammenpacken und den Zug zum Flughafen erwischen! Alles klappte reibungslos und schon wenige Stunden später ließ das Flugzeug New York, den Big Apple hinter sich und viele tolle Gedanken & Erinnerungen an eine unvergessbare Zeit in meinem Kopf zurück.
Irgendwann komme ich noch einmal zurück. Irgendwann…